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Bier Zapfanlage aus dem Motor einer Honda CB 900 F Bol d'Or SC01 (1981)

Bikerstammtisch Theilheim - ZapfanlageBeim Hallenfest des befreundeten Bikerstammtisch Theilheim habe ich im vergangenen Jahr eine Zapfanlage gesehen, welche aus eine Motorrad-Motor gebaut war. Somit war die Idee geboren, so etwas möchte ich auch haben!

Nach langer Suche habe ich dann endlich einen Motor aus einer Honda CB 900 F Bol d'Or SC01 (Baujahr 1981) in ebay gefunden. Der Motor lief bis zu dieser ebay-Auktion noch tadelos in einer etwas runtergekommenen Honda Bol d'Or. Das Baujahr des Motors ist ganz leicht an der Seriennummer zu erkennen. Die Seriennummer SC01 2200038 - 2219987 wurden im Jahr 1981 gefertig. Wie dem Typenschild des Motorrades leicht zu entnehmen ist, ist mein Motor somit einer der letzten aus dem Baujahr 1981.Motor vorherTypenschild SC01
In einer  'Donnerstag-Abend'-Aktion bin ich dann schnell von Limburg nach Castrop-Rauxel  gefahren (~200 km) und habe das gute Stück abgeholt.  Einen weiteren Abend habe ich dann damit verbracht, den Motor zu entkernen und  das gesamte Innenleben  auszubauen.  Dieses brachte nur unnötiges Gewicht und war nicht notwendig für meine Zapfanlage.
Alleine das Innenleben hatte ein Gewicht von etwa 20kg. unbenoetigtes Innenleben des Bol' dor Motors
Nachdem die gesamten Teile aus dem Inneneren des Motors entsorgt (in ebay verkauft) waren, hatte ich wieder Platz und konnte somit mit dem eigentlichen Umbau beginnen. Aber Stop, da war doch noch etwas! Es fehlte etwas ganz entscheidendes, nähmlich die beiden benötigten Zapfhähne und ein paar Kleinteile (Anschlüsse, etc.). Wiederrum nach etwas suchen in ebay, bin ich dann fündig geworden und konnte 2 gut gebrauchte Cornelius BT200 Kompensatorzapfhähne ersteigeren. Welche ich dann kurze Zeit später in Wiesbaden abgeholt habe.Corenelius Kompensatorzapfhähne BT 200
Die Zapfhähne sollten in die beiden äusseren Auslasskanäle (Anschluss des Auspuffkrümmers) des Motors eingebaut werden.
Als erstes habe ich sämtliche noch vorhandenen Motorteile mit Hilfe eines CO2-Hochdruckreinigungsgerätes entfettet und grob gereinigt. Man glaubt gar nicht, was sich da so alles in 27 Jahren ablagert und festklebt. Bevor es nun mit dem endgültigen Reinigen des Motors, und somit Sandstrahlen weiter gehen konnte, musste erst einmal die mechanischen Arbeiten erledigt werden. Auf dem Plan stand das Einpassen der Zapfhähne. Dazu war es nötig, die Bereiche im Zylinderkopf, wo normalerweise die zwei Ein- und zwei Auslassventile sitzen, vollständig zu entfernen. Es blieb lediglich eine Rest-Wandstärke von rund einem Zentimeter übrig, damit später noch Zündkerzen eingeschraubt werden können (Dekoration/Optik). Dieses 'Entfernen' konnte, Dank meines Kollegen Horst Sperber, ziemlich schnell umgesetzt werden, da dieser zu Hause eine kleine Fräsbank hat und mir diese Arbeit abnahm.
ausgefräster Zylinderkopf Nach nur 1 Tag hatte ich den Zylinderkopf zurück. Aber die Zapfhähne passten trotzdem noch immer nicht in die Auslasskanäle. Somit griff ich schnell zu einem kleinen Pressluftfräser und fräste somit mit Hand die Auslasskanäle etwas größzügiger aus. In den Auslasskanälen befand sich bis zu diesem Zeitpunkt noch ein etwa zwei Zentimeter langer und etwa ein Zentimeter hoher Steg, der den Auslasskanal teilte. Leider war es Horst nicht möglich diesen direkt mit weg zu fräsen, da sein Fräser nicht weit genug in den Zylinderkopf eintauchen konnte. Ausserdem war noch am unteren Rand der beiden Auslasskanäle eine kleine mondförmige Erhöhung, welche mir bzw. den Zapfhähnen im Weg war.eingepasste Zapfhähne Abfräsen war auch an dieser Stelle leider aus Platzgründen nicht möglich. Also beschloss ich diese, mit Hilfe eines kleinen Meisels zu entfernen. Trotz zweimaliger Treffer auf meiner linken Hand mit dem Zwei-Kilo-Fäustel konnte ich das 'bisschen' Metall dann letztendlich entfernen. Die Zapfhähne am Motor angehalten und siehe da, es passt. Um diese Zapfhähne nun endgültig zu befestigen, benötigt es noch zwei Passstücke, welche als Flansch auf den vorhandenen Stehbolzen verschraubt werden sollen. Auf diese komme ich dann nochmals in meinen weiteren Ausführungen zurück.
Untergestell für die Zapfanlage Im Anschluss habe ich ein kleines Untergestell aus Edelstahl gebaut, damit die fertige Zapfanlage später auf einem Tisch (oder ähnlichen) abgestellt werden kann. Ausserdem schwebt mir zu diesem Gestell noch ein weiteres Untergestell vor. Mit diesem soll es dann später möglich sein, den Motor alleine auf Bauchhöhe abzustellen. Dieses werde ich aber nicht im ersten Schritt mit fertigen, sondern erst im Anschluss, wenn die ganze Zapfanlage fertig ist. Ich würde dieses zusätzliche Gestell einfach mal 'Kür' nennen.
Nachdem die mechanischen Arbeiten am Motor abgeschlossen waren, konnte ich nun alle Motorgehäuse-Teile Sandstrahlen.sandgestrahltes Motorgehäuse Diese Sandstrahlarbeiten habe ich aber im ersten Moment völlig unterschätzt. Ich dachte, naja das wird wohl in einer halben Stunde erledigt sein. Pustekuchen, zu früh gefreut. Ich stand alles in allem, gute 4 Stunden an der Sandstrahlkabine und habe alle Teile akriebig, bis in die kleinste Ecke, gesandstrahlt. Nachdem ich fertig war, musste ich feststellen, dass diese Mühe und Zeit sich aber auch 100%ig gelohnt haben. Die Teile sahen nun super aus, 'fast wie neu'. Bis in die kleinste Ritze war der Motor nun blitzblank. Sämtlicher Dreck und Ölreste waren verschwunden und das blanke Aluminium wieder sichtbar.Lackierte Teile, aufgebaut Damit dieser Zustand erhalten werden kann, sollten nun alle Teile mit Klarlack beschichtet werden. Gesagt, getan. Am nächsten Tag wurde die ganze Garage mit alten Zeitungen ausgelegt. Sämtliche anderen Teile in der Garage mit Decken und Planen abgedeckt (Motorrad, Gläser, Tisch und Bänke, etc.), zwei Stehleitern aufgestellt und mit Kanthölzern verbunden. Somit war genug Ablagefläche für die zu lackierenden Teile geschaffen. Die Farbe angemischt (3:1) mit Härter und dann in zwei Schichten auf die Motorteile auflackiert. Meine ersten Lackierarbeiten mit einer Sprühpistole und trotzdem konnte sich das Ergebnis sehen lassen, wow. Ich bin stolz auf mich.
Zwischenzeitlich hatte ich die beiden Zapfhähne, zusammen mit 2 Stück Edelstahl-Rundmaterial, verpackt und an meinen Freund Max Harter geschickt.
Zapfhahnschild 'Holzbach'Er ist so nett und dreht mir aus dem Rohmaterial zwei neue Griffe für die Zapfhähne. Die vorhandenen schwarzen Griffe sollten gegen zwei neue Edelstahlgriffe ausgetauscht werden, damit in diese noch je ein Schildchen integriert werden kann.
Mittlerweile sind die beiden Zapfhähne, in umgebauter Griffversion (Einen herzlich Dank and Max) wieder bei mir.
Außerdem sind nun auch die beiden Zapfhahnschilder bei mir angekommen (Einen herzlichen Dank an Jürgen Hartmann (Blitz) für die tolle Arbeit). Die Motor- bzw. Getriebabdeckungen habe ich am 10.09.2008 in 2 Stunden auf Hochglaz poliert und versiegelt.
Holzbach's Bol 'dor ZapfanlageDie für die Montage der Zapfhähne benötigten Adapter wurde mir von Rene Hagemann (Stallu) gebaut. Dafür an dieser Stelle nochmals herzlich Dank! Nachdem die Adapter da waren wurden die Zapfhähne in die beiden äußeren Auslaßkanäle (Krümmeranschlüsse) eingebaut und an die Bierleitungen angeschlossen.
Nun war es endlich soweit und die Endmontage konnte beginnen.
Die Vergaserbank mit den Ansaugkanälen angebaut, die Ölwanne montiert und zu guter letzt noch die ganzen polierten Deckel am Motor angebracht.

Nach der Endmontage folgte ein kurzer Probelauf... wie das schmeckt... SUPER!

15.09.2008, 21.00 Uhr Projekt beendet, sie ist fertig, meine Bier-Zapfanlage
auf Basis eines 81'er Honda Bol d'Or Motors..


Alle Fotos von Motor und dem Umbau können Sie im Fotoalbum einsehen.

Bei Fragen zu meinem Motor-Zapfanlagen-Projekt melden Sie sich einfach direkt bei mir.